Das Pflanzenreich

Wuchsformen von Pflanzen

Geophyten
Märzenbecher in der Salzachaue bei Haiming (Lkrs. Altötting)

Die ersten blühenden Zeugen des kommenden Frühlings, wie im obigen Bild diese Märzenbecher, zeigen sich teilweise schon im Januar. Es dauert noch einige Monate, bevor sich das Blätterdach in den Wäldern entwickelt und den Waldboden beschattet. Da aber die Bäume noch ohne Blätter sind, also kaum Schatten werfen, treiben an vielen Standorten die Frühjahrsblüher oder Geophyten aus. Diese Pflanzen überdauerten den Winter in Form von unter der Erde befindlichen Knollen oder Zwiebeln. Sobald aufgrund der längeren Tageszeit die ersten wärmenden Sonnenstrahlen den Waldboden "berühren", werden die Geophyten aktiv und sind ohne zeitliche Verzögerung in der Lage aus ihren Zwiebeln (also ihren Speicherorganen) die benötigten Nährstoffe zu ziehen und auszutreiben. Dementsprechend sind sie in dieser Phase des Jahreslaufs anderen Pflanzen gegenüber im Vorteil; können sich also ohne Lichtkonkurrenten entwickeln. Die Zeit, die ihnen verbleibt, ist jedoch von kurzer Dauer. Denn sobald die Bäume Blätter zu tragen beginnen, wird es mehr und mehr schattig. Die Geophyten entwickeln deshalb rasch wieder ihre Zwiebeln und Knollen, und - nachdem sich das Blätterdach wieder geschlossen hat und sie nicht mehr konkurrenzfähig sind - ihre an der Oberfläche befindlichen grünen Anteile sterben ab. Dieses Phänomen ist eine Spezialität der klimatisch sogenannten gemäßigten Breiten, in denen sich Mitteleuropa gänzlich befindet. Beispiele für Geophyten: Märzenbecher (siehe obiges Bild), Gelbstern, Bärlauch, Schneeglöckchen, Buschwindröschen

Wichtige einheimische Pflanzen

Hollerstaude, Holler, Holunder, Flieder

Sambucus nigra, Familie: Geißblattgewächse
Wenn in Bayern vom Holler die Rede ist, dann ist damit in der Regel der schwarze Holunder, Sambucus nigra, gemeint. Der Holler war schon immer wegen seines hohen Vitamin C Gehalts sehr geschätzt und der rote Saft, der aus den schwarzen Beeren gewonnen wird, wurde oft angewärmt als Hausmittel bei Grippe und Erkältung verabreicht. Auch die weißen Blüten des Holunder waren für die Menschen von Interesse, da man aus ihnen Hollerkücherl backen kann.

Den Holunder kann man praktisch überall in Europa antreffen, ebenso in Teilen von Kleinasien und Westsibirien. Man findet in an Waldrändern und Hecken genauso wie an Hausmauern und Ställen. Wichtig ist nur eine feuchte, schattige Umgebung und ein stickstoffhaltiger Boden.

Die Staude wird bis zu sieben Meter hoch und besitzt ein sehr leichtes und markiges Holz. Die Blätter sind fünfzählig gefiedert. Die Blütenstände bestehen aus vielen einzelnen weißen Blüten. Die Beeren sind schwarz.

Von Ende Mai bis Anfang Juli kann man die Blüten sammeln, im August und September, eventuell noch Anfang Oktober die Beeren ernten. Vorsicht beim Sammeln, die Beeren färben stark ab! Man kann aus ihnen z. B. Hollerkompott manchen.

Bärlauch

Allium ursinum L., Familie: Liliengewächse
Es gibt eine Pflanze die in den letzten Jahren deutschlandweit einen Höhenflug sondersgleichen erlebt hat. In jedem gut sortierten Supermarkt finden zahlreiche Produkte aus diesem Kraut: Pesto, Nudeln, Spätzle, frisch geerntet usw. Sie ist leicht scharf und würzig, aber vor allem mit einem unverwechselbaren, knoblauchartigen Aroma. Die Rede ist vom Bärlauch. Von allen Laucharten ist dieser mit Abstand der häufigste in Mitteleuropa. Wenn der Boden seinen hohen Erwartungen entspricht - lehmig, sehr nähr- und stickstoffreich und gut durchfeuchtet und kalkhaltig - findet man ihn im zeitigen Frühjahr massenhaft an entprechenden Stellen. Er teilt sich den Standort mit vielen seltenen Geophyten wie dem Blaustern, dem Gelbstern usw. !!! ACHTUNG: Bärlauch-Standorte sind sehr häufig in Naturschutzgebieten anzutreffen! Im Sinne des Naturschutzgedankens weisen wir ausdrücklich darauf hin, verantwortungsbewusst mit dieser Thematik umzugehen und in diesen Gebieten auf Kräutersammelaktionen zu verzichten !!!

Schachtelhalm
Schachtelhalme sind uralte Zeugen aus dem Edaltertum. Noch weit vor den Dinosauriern besiedelten Schachtelhalme zusammen mit riesigen Farnen, übergroßen Insekten und gigantischen Spinnentieren die Urzeitwälder. Die ersten Schachtelhalme traten im Zeitalter des Devon vor ungefähr 380 Mio Jahren auf. Die heutigen Schachtelhalme sind ihre, in ihrem Bauplan praktisch nicht veränderten Nachfahren: Die Pflanze ist in Segmenten aufgeteilt. Jedes Segment enthält ringsum einen Quirl aus sehr dünnen, langen Fortsätzen. Interessant ist, dass sich diese sehr ursprünglichen Pflanzen als lebende Fossilien konkurrenzfähig zu anderen Organismen gezeigt und bis in die heutige Zeit gehalten haben. Aufgenommen wurde dieses Bild an einem Waldbach im Kobernaußerwald, einem Mittelgebirge im oberösterreichen Alpenvorland.

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Aktueller Stand: 11.04.2020